Boucheron: Cat Content Couture - séduction Magazin Schweiz Swiss Edition
UHREN & SCHMUCK

Boucheron: Cat Content Couture

Von Redaktion 22. Juli 2026
Credit: Boucheron PR
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Wladimir ist das wohl charmanteste Maskottchen der Schmuckwelt – und war einst das geliebte Haustier der Familie Boucheron. Heute lebt der Kater in Kreationen aus Gold und Edelsteinen weiter.

Lange bevor Karl Lagerfelds Choupette als Pariser Haute-Volee-Cat ins Rampenlicht trat, gab es bereits einen Stubentiger mit Sinn für die schönen Dinge des Lebens: Wladimir – seines Zeichens ein schwarzer, langhaariger Hauskater. Dieser erfreute sich in der feinen Pariser Gesellschaft großer Beliebtheit und soll in den 1970er-Jahren standesgemäß an der eleganten Place Vendôme residiert haben. Der Legende nach beanspruchte er gleich das gesamte viergeschossige Haus mit der Nummer 26 und dem goldenen Schriftzug »Boucheron« über dem Eingang als Revier. Seine Zeitgenossen erinnern sich an eine unaufdringliche Präsenz und wache Augen, die Zeugen vieler außergewöhnlicher Momente und besonderer Haute-Joaillerie-Transaktionen gewesen sein müssen. Schließlich war Wladimir auf seinen Streifzügen ein gern gesehener Gast in den Verkaufssalons des berühmten Juweliers. Über die Jahre mauserte sich die Familienkatze zum Kundenliebling und Maskottchen des Hauses und lebt auch heute weiter in den Kreationen, die sein Gesicht tragen.

Aber dass Wladimir dort einziehen durfte und als Motiv quasi unsterblich wurde, dafür wurde der Weg viel früher geebnet. Nämlich als Frédéric Boucheron 1858 sein erstes Geschäft für Schmuck und kleine Kunstobjekte in den Arkaden des Pariser Palais Royal eröffnete. Als Sohn eines Tuchmachers, der sich auf Couture-Kreationen aus Seide spezialisiert hatte, entwickelte Boucheron schon früh eine neue Herangehensweise an das Design und vor allem an die Präsentation seines Schmucks. Tragbarkeit und Kreativität – auch bei den verwendeten Materialien – standen zunächst stärker im Fokus als der Einsatz prominenter Edelsteine. 1866 ließ er seinen Namen als Marke eintragen – die Geburtsstunde der Maison Boucheron. Gleichzeitig gründete er auch ein hauseigenes Atelier, in dem von Beginn an besondere Schmuckstücke in Tierform entstanden (heute »Animaux de Collection«). Aber auch so innovative Designs wie das erste Haute-Joaillerie-Collier ohne Verschluss, das in Form eines Fragezeichens (daher der Name »Point d’Interrogation«) eigenständig von der Trägerin angelegt werden konnte, zählen zu den wichtigen Meilensteinen in der Erfolgsgeschichte des Hauses. 1893 zog es Frédéric Boucheron dann als einen der ersten großen Juweliere der Stadt an die Place Vendôme; die Hausnummer 26 ist noch heute Stammsitz der Maison. Die darauffolgende Ära lockte – ab der Jahrhundertwende unter seinem Sohn und Nachfolger Louis Boucheron – die Berühmten, Adligen und Reichen an die sagenumwobene Adresse: So kommissionierte Boucheron beispielsweise die Lieblingstiara der Queen Consort von England (Mutter der späteren Queen Elizabeth II), und der Maharadscha von Patiala beauftragte das Haus, seinen legendären Schatz an Edelsteinen in 149 spektakuläre Schmuckstücke umzuwandeln. In den 1950er-Jahren übernahm Gérard Boucheron das Geschäft von seinem Vater und führte den Stil Boucherons zurück zu zierlichen, oft tier- und naturinspirierten Designs – besonders in Form von Broschen und dreidimensionalen Motiven. Und er war es auch, der Wladimir um 1970 adoptierte. Wenn er nicht gerade in der Welt unterwegs war, verbrachte Gérard Boucheron seine Tage in dem imposanten Townhouse an der Place Vendôme – kein Wunder also, dass Wladimir hier sein Zuhause fand, auch wenn zu diesem Zeitpunkt bereits die vierte Generation Boucheron die Geschäftsführung übernommen hatte.

Wladimir gehörte schnell zum Inventar – was 1978 zu der Idee führte, die schmucke Katze zu Werbezwecken einzusetzen. Über mehr als zehn Jahre tauchte Wladimir, behangen mit den feinsten Juwelen des Hauses, in den Kampagnenmotiven von Boucheron auf. Und eroberte rasch das Herz der Öffentlichkeit. Das haarige Maskottchen wurde somit zum Markenbotschafter – und zu einem vollwertigen Mitglied der Maison.

2018 kreierte Claire Choisne, das kreative Oberhaupt der heutigen Maison Boucheron, die fortlaufende Kollektion »Wladimir, Le Chat« und machte so das geliebte Haustier der Familie Boucheron endgültig unsterblich. In der Tradition des Hauses nimmt Wladimir mal die Form eines Rings, mal die eines Armreifs, Ohrrings oder Kettenanhängers an. In Reminiszenz an die berühmte Werbekampagne von 1978 tragen auch die Katzen aus Gelb- oder Weißgold eine edelsteinbesetzte Kette. Und es wäre nicht Boucheron, wenn das Resultat nicht mit einem Mise en abyme, einem Bild-im-Bild zelebriert würde: eine Katze, die eine Kette trägt – mit einer Katze, die eine Kette trägt. Wladimir hätte das gefallen.

Text von: Friederike Weissbach

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