Taschenuhren galten lange als Relikte vergangener Jahrzehnte – versteckt in Sammlervitrinen oder als nostalgische Erbstücke mit emotionalem Wert. Doch 2026 scheint sich das Bild zu verändern. Uhrmacher greifen die klassische Silhouette wieder auf und interpretieren sie neu: moderner und alltagstauglicher.
Die Taschenuhr gehört zu den ältesten Formen der tragbaren Uhr und war lange ein Symbol für Eleganz und Handwerkskunst. Heute entdecken viele Marken genau diesen klassischen Charakter wieder neu – nicht nur als Sammlerstück, sondern auch als Designobjekt mit besonderer Ausstrahlung. Gerade die Kombination aus Tradition und modernem Stil macht die Taschenuhr aktuell wieder interessant.
Audemars Piguet setzt auf Heritage
Zum 150-jährigen Bestehen blickt Audemars Piguet bewusst auf die eigene Geschichte zurück – als zeitgenössische Interpretation uhrmacherischer Tradition. Die „150 Heritage Ultrakomplikation Universalkalender“ erscheint in streng limitierter Stückzahl und versteht sich weniger als klassische Taschenuhr, sondern als Ausdruck handwerklicher Identität.

Im Zentrum steht ein komplexer Universalkalender, der astronomische Zyklen von Sonne und Mond berücksichtigt und damit an die historische Verbindung von Uhrmacherei und Himmelsbeobachtung erinnert. Das große Platingehäuse ist vollständig von Hand graviert und mit Jubiläumsmotiven versehen, während ein tiefblaues Emaillezifferblatt mit feinen Sternstrukturen den Blick in eine kosmische Bildwelt öffnet. Römische Ziffern aus Edelmetall und fein ausgearbeitete Zeiger setzen klassische Akzente in das Gesamtbild.
Patek Philippe bleibt klassischer Eleganz treu

Patek Philippe hält mit der Referenz 973J-001 an der klassischen Taschenuhr fest und interpretiert sie in der traditionellen Lépine-Bauweise, bei der die Krone bei zwölf Uhr positioniert ist und besonders flache Gehäuse ermöglicht. Das Modell aus Gelbgold wirkt bewusst zurückhaltend. Ein silberfarbenes, veredeltes Zifferblatt bildet die ruhige Basis, ergänzt durch aufgesetzte Breguet-Ziffern und fein geformte Zeiger. Alles ist auf Klarheit und Lesbarkeit ausgelegt.
Hublot interpretiert die Taschenuhr neu
Mit der Arsham Droplet zeigt Hublot gemeinsam mit Daniel Arsham eine moderne Interpretation der Taschenuhr: Die organische Tropfenform wirkt wie ein futuristisches Artefakt. Titan, Saphirglas und Kautschuk verschmelzen zu einer offenen, fast schwebenden Konstruktion, die sowohl getragen als auch ausgestellt werden kann.

Die Zusammenarbeit folgt Arshams Idee sogenannter „Future Relics“ – Objekte, die wirken, als kämen sie aus einer anderen Zeit. Genau dieses Spiel zwischen Vergangenheit und Zukunft macht die Arsham Droplet zu einer der interessantesten Interpretationen der Taschenuhr.
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